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Aktuelle Ausstellungen

 

Vorschau / Ausstellung

 

der Kunstkeller Bern
schliesst nach 47 Jahren
am 10.Juni 2017

 

neu:

Galerie da Mihi
Gerechtigkeitsgasse 40

3011 Bern

Vernissage:

Do 14.Sept 2017 

Victorine Müller


 

  


                  


 
Sternschnuppen gleich, werden hier Hinweise auf interessante Begegnungen zu finden sein
 
 
Sternschnuppe
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Stimmungen
 

Stimmungen über den drei Seen: Murten-, Bieler- und Neuenburgersee. Stimmungen, denen er auf seinen Spaziergängen begegnet. Eintauchen in eine gewachsene Landschaft, eine Landschaft mit Vergangenheit. Nicht die Jahreszeiten, die sich in der Natur verschieden heftig zeigen, nicht Felswände oder Flüsse sind Hauptthema der letzten Schaffensperiode von Martin Ziegelmüller. Eher schon das eigene Älterwerden. Er hält Stimmungen an und über den Seen fest aus dem Wissen um gewachsene Landschaften, um frühe Siedlungen, um Leben vor Hunderten, ja Tausenden von Jahren. Überblicke. Das Gesehene ruft Gefühle wach, die in Stimmungen ihren Ausdruck finden. Da sind das noch zarte Licht am Morgen, stürmischer Wind, der über das Land fegt, Wolken und Wogen aufwirbelt. Da sind auch das letzte Abendlicht über den Seen oder das Lichtermeer am nächtlichen Jurasüdfuss.

Vully570
 
Wie hält der Künstler Gesehenes, Erspürtes fest? Wie setzt er es in Malerei um? Klare Abgrenzungen und damit Hinweise auf etwas real Erfassbares fehlen häufig. Über den darstellenden, oft gegenständlichen Anfang eines Bildes, einen See, einen Wald oder eine Landschaft, setzt er gestische Pinselstriche. Gerade noch erkennbar hält er fest wo ein Wald, Bäume, ein See beginnen, oder wo Wasser in Wolken übergehen. Gesehenes wird mit einer bewegten Schicht Farbbe überdeckt und erhält so eine andere Bedeutung. Der Maler fängt dutch sein Gefühl Atmosphärisches ein und das Bild wird nahezu abstrakt. Geheimnisvolle Stimmungen entstehen.
 
im Atelier liegen unzählige Kunstbücher. Aufgeschlagen sind Bilder, die den Maler faszinieren. Wie ist das Vorgehen anderer Künstler? Wie setzen sie Gesehenes. ihr Empfinden in eine Bildsprache um? Wie löst das Gerhard Richter. Wie geht Varlin mit Strukturen um? Aufgelöst fliessen die Farben bei Martin Ziegelmüller ineinander und die Stimmungen schwingen beim Betrachter mit, erinnern vielleicht an selbst Erlebtes.
 
Murtensee570
 
Ausstellung. Galerie Vinelz, 18.August - 9. September 2018
 
mit freundlichen Grüssen
Dorothe Freiburghaus
 
Sternschnuppe
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AMW-Weg
 
 Atelier570
 
Ein Leben lang hat Annemarie Würgler mit Ton, Chamotteton gearbeitet. Nicht Gefässe, Tassen Teller form sie. Nein, was in ihren Händen entsteht ist Kunst. Sie interessiert etwas einzufangen, das über das Alltägliche hinausgeht in eben diesem Material. Heute kann für Kunst jedes Material eingesetzt werden. Als sie in den sechziger Jahren mit ihrer Arbeit begann, kämpften sowohl die Künstlerin wie die Galerien um die Anerkennung ihrer Kunst.
Annemarie Würgler ist 86-jährig, Sie sagt: "Die Ausstellung in der Klinik Bethesda ist meine letzte." Ihr Dorf, Tschugg, - wo sie lebt und arbeitet - denkt anders. Es will einen Anemarie-Würgler-weg durchs Dorf und die Rebberge gestalten und die Menschen zur Begegnung mit Kunst führen
 
 
Ausst.570
 
 

Längst ist der Künstlerin bewiusst, dass sie sich für den Menschen interessiert.Ihn will sie darstellen, ihm ein Gesicht geben, seine Bestrebungen unterstützen. Jetzt stehen die Skulpturen da, im Garten der Klinik Bethesda einzeln oder in Gruppen, fröhlich oder ernst, Frauen, Kinder, Harlekine. Unser Gehen in der Ausstellung bringt auch ihre Formen in Bewegung. Sie gehen, stehen oder sitzen. Längst kennt die Künstlerin die Tücken des Materials. Einmal gebrannt sind Form und Farbe nicht mehr veränderbar. Die Chamotte bleibt fragil und der Umgang mit der Farbe fordert ein breites Wissen um die Eigenschaften der Farben, vor allem deren Umwandlung beim Brand. Nur so erhält die Künstlerin die gewünschten Figuren. Schmal und hoch begegnen sie uns. Sie gehen, sitzen, ja tanzen. Mit einfachen Farbstrukturen erinnet die Künstlerin an Modisches. Sie legt Muster an, pflanzliche Motive für Röcke und Blusen. Für Spitzen erfindet sie Lochmuster und bindet die Figuren so an heutiges Geschehen. Anregungen findet Annemarie Würgler in Katalogen und bei ihren Enkeln. Bei diesen letzten Arbeiten ist auch eine Generationenfigur entstanden. Eine Skulptur enthält überraschenderweise gleich drei Figuren. in grösster Einfachheit und Selbstverständlichkeit wächst eine Figur aus der anderen hervor.

 
Nach der Ausstellung beginnt die Arbeit am AMW-Weg, am Annemarie-Würgler-Weg in Tschugg,
Ekarte300h 
19.07.2026
 
 
Sternschnuppe
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sich erinnern
 
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Noch rauscht der Regen in ihrem Geäst. Windböen wiegen ihren Wipfel hin und her. Bald ist sie weg. Für mich stand sie schon immer da. Sie zählt erst hundert Jahre oder wenig mehr. Dreihundert könnten es werden. Eine Artverwandte, die in der Nähe von Eis und Schnee lebt, soll mehr als 4000 Jahre zählen. Für mich stand sie schon immer da. Zusammen mit einer zweiten Kiefer bilden sie den närdlichen Abschluss des Gartens. Die eine stolz und senkrecht nach oben strebend, bis der Blitz sie in den Wipfel traf. Eine Narbe. Fast in einem rechten Winkel wächst sie weiter. Die andere formte schon in frühen Jahren aus mehreren Stämmen ein umfangreiches Ganzes. Weit verzweigt wuchs sie aufwärts und bildete ein Schutzdach über Haus, Garten, Tier und Menschen, die da ein und aus gingen.
 
 
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Sie war da - noch jung an Jahren - als das Neugeborene in sein zukünftiges Zuhause kam. Sie war da, als der, der sie pflanzte, Füsse voran aus dem Haus gwtragen wurde, als die Grossmutter ihr Nähzeug zusammenlegte und vom Schlag getroffen in die Zimmerecke flog. Sie diente den ersten Kletterversuchen in der nächsten Generation. sah, wie nahe einander menschliches Glück und Leid sind. Sie hatte Teil an lauten und stillen Festen, an Gesprächen über Hühnerhaltung, die Gründung der SEG, über Bürgschaften und Tanz. Während des Kriegs dann wechselten die Diskussionen von der Seidenbandweberei zur Entwicklung von Tarnnetzen. In jüngster Zeit wurden Schauspiel, Gestaltung, Werbung und Kunst zu Themen, um wieder das Wiehern der Pferde, und das Spiel der Kinder zu hören. Die kiefer wurde gross, kühn in der Gestalt breitet sie schützend ihre Äste über das Leben unter ihr. Hoch oben kreist der Milan.
Sie ist krank. Morgen wird sie gefällt. Noch einmal scheint der Mond blass zwischen ihren Ästen durch. Wer wird sich an sie erinnern? Und wer wird sich ohne sie an früheres Leben erinnern?
 
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jetzt ist sie weg - nein, der unterste Teil des Stammes bleibt den Vögeln und Insekten, bleibt der Erinnerung erhalten. 05.07.2026

 

 
 
 
 
Sternschnuppe
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Werner Ignaz Jans
 
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Und plötzlich tauchen sie am Rand der Siedlung auf. Werner Ignaz Jans in einem blass roten Hemd und Irma Städtler in Graublau. Eben hat die Ansprache begonnen. Innerlich laufe ich den beiden entgegen, die jetzt den grossen Kreis der Zuhörer erweitern. Lange habe ich den Künstler und die Künstlerin nicht gesehen. Nur am Telefon hörte ich, wie Werner Jans während mehr als zwei Jahren an diesem Auftrag arbeitete. Ich spürte seine Hingabe, sein Engagement, seine Betroffenheit vom Leid der Menschen, die früher in diesem Gebiet wohnten. Heute wird die Siedlung der gemeinnützigen Wohnbaugenossenschaft GWG Orenberg in Ossingen Winterthur eingeweiht. Das Werk von Werner Jans ist Teil davon.
Beim Wettbewerb hat Werner Jans den Zuschlag erhalten. Anders als die übrigen teilnehmenden Künstler, die sich die Aufgabe leicht gemacht hatten, hat sich Werner Jans mit der Vergangenheit der Region auseinandergesetzt. Wie sah das Leben früherer Generationen aus, die hier lebten? Wie war ihr Alltag? Womit mussten sie sich auseinandersetzen? Wovon lebten sie? So entstanden für die vier Portale zu den Steinhäusern je drei quadratische Tafeln mit Holzreliefs von Geschichten vergangener Freud und vergangenem Leid.
 
 
Einweihung
 
 
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Auf einem dieser Portale begegnen wir Besucher der Arbeit mit den Reben. Sie werden in der Region schon seit Jahrhunderten gepflegt. Die Ernte, das Traubenlesen durch die Frauen war harte Arbeit. Der Künstler hat einer Frau drei Arme und Hände gegeben. Neben dem Traubenlesen musste sie auch für ihr  Kinde sorgen, das sie in einem Korb hinter sich herzog. In der Trotte wird mit nackten Füssen gestampft, in der Traubenmaische gerührt.
Ein anderes Motiv sind die Verdingkinder und Waisen. Aus ihrer Haltung sprechen Furcht und Unsicherheit. Zum Alltag der Menschen gehörten schon immer Tiere. So begegnen wir auf einem Portal einem Kalb, einer Sau und zwei spielenden Eseln, die der Künstler in der jetzigen Nachbarschaft entdeckt hat. Wir können sie hier auch hören.
ein weiteres Portal führt uns in eine Zeit, die vom Hunger gezeichnet war. Familien, ja ganze Dörfer wanderten nach Amerika aus. Männer verdingten sich in fremde Dienste. Aus der Reisläuferei kam oft nur ein einzelner Mann zurück, während in Mailand zehntausen Gefallene mit Namen und Einheit registriert wurden, wie der Künstler recherchierte.
 
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Waisenkinder
 
 
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Werner Jans erzählt auch, wie er für seine Geschichten die richtige Form sucht. Wie er in den quadratischen Hoztafeln mit rechten Winkeln und Diagonalen den Inhalt gewichtet und den Figuren im Relief den ihnen gemässen Ausdruck verleihen kann. Wührend der Künstler uns mit den historischen Aspekten auf den Portalen Vergangenes bewusst macht, hat uns längst die Gegenwart eingeholt. Auf dem grossen Platz zwischen den vier Stein- und den zwei Holzhäusern, die Bezug auf die Dorfstruktur nehmen, ist Raum für Begegnungen und das Spiel der Kinder. Werner Jans hat hier Menschen in realer Grösse aus Eichenstämmen geschaffen. Viele von ihnen sind mit Smartphone, Handy oder Selfie beschäftigt. Absorbiert von der Welt des Digitalen vergessen sie die Kinder, die an einer Turnstange bauneln, oder mit einem Ball unter dem Arm vergeblich auf ein Spiel hoffen. Am Rand der Siedlung warten Figuren mit Gepäck. Sind sie eben angekommen, oder müssen sie weiterziehen? Wie einst zu Hungerzeiten die Menschen von hier für Arbeit in fremde Länder zogen, so begegnen wir heute Flüchtlingen, die aus von Kriegen geschüttelten Ländern zu uns finden.
 Was an diesem grossartigen Gesamtwerk beeindruckt und fasziniert ist seine Ausstrahlung, sind das Zusammenspiel von Architektur und Kunst am Bau. Die Geschichten und Figuren von Werner Ignaz Jans beleben die Siedlung, weisen auf ein mögliches Miteinander. Mit seinem handwerklichen Können, seinen Recherchen, seinem Einfühlungsvermögen bringt er menschliche Wärme und Nähe in das Geschehen. Er verbindet Vergangenes mit Gegenwärtigem, Historisches mit unserem Alltag und gibt dem Ganzen eine Seele.
 
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Sternschnuppe
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Gigga Hug
 
www.kunstkellerbern.ch
 
 

In der jüngsten Ausstellung von Gigga Hug erwarten mich Kontinuität in schwarz und weiss, Vielgliedrigkeit und Abstraktion, die konsequente Fortsetzung ihrer Tusche-Zeichnungen. Nur - jetzt nutzt sie dazu ein Computerprogramm.

Sie wendet das Programm auch bei farbigen Fotos an. Die Strahlkraft der Farben nimmt mich sofort gefangen. Aus dunklem Gund leuchtet eine intensive Farbigkeit, einmal in streng begrenzten schmalen und breiten Streifen, einmal in barock anmutenden Anhäufungen, Ornamentales, ja Mandalaverwandtes ist da. Wie entstehen diese Bilder? Wie kommt die Künstlerin zu diesen Motiven? Wie und warum entsteht dieser Sog ins Bild hinein, das einmal wie der Blick in eine erleuchtete Kathedrale, in Theaterkulissen, über eine Stadt mit feingliedriger Architektur erscheint. Und immer wieder sind da völlig abstrakte Elemente von überraschender Intensität.

Begeistert erzählt Gigga hug von ihren Entdeckungen, die sie mit dem Computerprogramm macht. Sie nutzt es um frühe, eigene Farbfotos von Chrysanthemen neu zu bearbeiten und entdeckt unerwartete Aspekte, inhalte, an die niemand gedacht hat. Sie erklärt, wie sie mit dem Finger den Fotos auf ihrem Handy durch Spiegelung und Drehung, durch vertikales und horizontales Streichen oder vielmehr Streicheln Bilder entdeckt, die kaum mehr ihren Ursprung - die Blume Chrysantheme - erkennen lassen. Bilder, die in unerwarteten Farbübergängen leuchten, verführerisch in ihrer abgründigen Schönheit in ein Zentrum führen.

 
 
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Femininity
 
 

EF_Femininity in der Dampfzentrale. Chris Leuenberger & Marcel Schwald.

Eine beeindruckende Performance. Sie drückt sich aus als Theater, Tanz und Cabaret. Sie umfasst persönliche, gesellschaftliche und politische Erfahrungen und öffnet so die verschiedensten Zugänge zum Thema Geschlechter.

Wieviel in mir ist Mann, ist Frau. Was möchte ich lieber sein. Was davon darf in meiner näheren Umgebung, in der Gesellschaft, in die ich hinein geboren wurde, leben?

Wieviel Leid geschieht in den Ballungen von Macht und Gewalt, wovon vor allen die indische Gesellschaft geprägt wird und hier die indischen Performerinnen, mit denen das Stück entwickelt wurde, ausdrücken. Mit grosser Intensität nehmen feinste Regungen und Sehnsüchte ebenso Gestalt an wie die Erzählungen von Brutalität und Missbrauch.

Lebendig geht das Publikum mit. Gross steht die Frage im Raum. Warum gibt es die gesellschaftlichen Grenzen und Vorgaben wie ein Mensch zu sein hat, wie und wo er auch geboren wurde.

 

Leider ist die letzte Vorstellung vorbei, aber die Dampfzentrale sorgt immer wieder für eine Überraschung.

Mit herzlichen Grüssen

Dorothe Freiburghaus

09.04.2026

 

 
 
Sternschnuppe
14
Energie
 
 

16.März Museumsnacht in Bern. Neben den Museen werden jedes Jahr auch Einblicke in Besonderes gewährt. dieses Jahr hat die EWB -  Energie - Wasser - Zentrale ihre Tore geöffnet.

Ein witziges, kurzes Theaterstück macht uns mit der Geschichte des Lichts - Oel- und Gaslampen, dann elektrisches Licht in Berns Lauben - bekannt.

Dann werden wir durch die riesigen Turbinenhallen geführt. Wir erhalten Einblicke in die Prroduktion der ganzen Anlage, die Verbindungen und Ergänzungen untereinander, ein immenses Rohrwerk. Hier werden 135'000 t Abfall pro Jahr verbrannt, da 70'000 t Holz (altes und neues) aus der Umgebung von Bern. 290'000 MWh Fernwärme wird abgegeben. Strom, Dampf und Gas werden produziert Unglaublich.und beeindruckend.

Sollte die EWB ihre tore wieder öffnen, sei sie wärmstens empfohlen.

 
 
EWB1.570
 
 
EWB2.570
 

mit herzlichen Grüssen

Dorothe Freiburghaus

18.03.2026
 
 
Sternschnuppe
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Chinesisches

 

 

Charlotte Hug und Xinglai Yang - eine gewagte Doppelausstellung.

Ja, woran arbeitet Charlotte Hug mit ihrer ausserordentlichen Begabung sich in Musik (Viola) und bildender Kunst ausdrücken zu können? Sie war mit einem Projekt in China - Augen und Ohren offen für Neues.

Zu wenig weiss ich von der chinesischen Kunst, zu fern ist sie mir. Das Bestreben von Charlotte Hug und Xinglai Yang die europäischen und chinesischen Ausdrucksmöglichkeiten zu verschmelzen ist aber offensichtlich. Xinglai Yang hat den westlichen Impressionismus mit seinen feinen Farbabstufungen studiert. Charlotte Hug entwickelt aus ihren Son-Icons - Musikbildern auf Planpapier - abstrakte Formen auf cinesischer Seide. Überraschendes, Unerwartetes begegnet dem Betrachter und zieht ihn in eine weiträumige Auseinandersetzung. Im Nachempfinden sucht jeder seine eigene Position.

 
 
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Chin2.570
 
Die Ausstellung in der Galerie da Mihi dauert bis Ende März
 
Dorothe Freiburghaus
6.3.2026
 
Sternschnuppe
12
Touchdown
 
 

Ich steige in den Bus, grüsse und setze mich nah dem Ausgang. Die junge Frau neben mir, dreht sich voll zu mir. . Ich fühle, wie sie mich intensiv anschaut. ich sehe zu ihr hin, da sagt sie laut und deutlich: "Ich fahre ins Museum". "Ins Zentrum Paul Klee? frage ich. Wir sitzen ja im Bus dorthin. Da läuft die Ausstellung Touchdown, und die junge Frau neben mir gehört zu diesen besonderen Menschen. "Ja, ins Klee, nickt sie und lacht mich an. "Ich habe die Ausstellung gesehen. Sie ist recht aufwühlend - und Sie? Haben Sie sie auch gesehen?" Soll ich sie nun sietzen, was mehr Respekt ausdrückt oder darf ich sie dutzen, was sofort mehr Nähe bringt. Längst hört der ganze Bus uns zu, und sie überrascht uns alle: Ich, ich mach eine Führung - ganz allein." Sie strahlt. "Toll, da möchte ich auch dabeisein." Ich ganz allein und noch jemand. Um halb fünf, eine geschlossene Gesellschaft". Bei der nächsten Station muss ich leider aussteigen. Ich wünsche eine gute Führung. Auf Wiedersehn". "Tschüüs", ruft sie mir nach.

 

Touchdown - eine ausserordentliche Ausstellung. Siezeigt wie wir Menschen mit Downsyndrom - wenn das 21.igste Chromosom mehrfach vorhanden ist - in unserer Gesellschaft begegnen. Wissenschaftliche und kulturelle Studien werden gezeigz. Der Alltag muss gemeistert werden. Die Geschichte dieser Menschen wird aufgerollt, von der Steinzeit bis heute. Da hängt prominent ein Bild eines niederländischen Malers Malers, der einen Menschen mit Downsyndrom wie ein Wesen aus einer lichten, anderen Welt mitten in eine Gesellschaft integriertl. Auch der Blick in die düstere Zeit des Nationalsozialismus mit all seinen Verbrechen wird gewagt. Wo auch immer wir diesen Menschen begegnen, bleibt um sie etwas Geheimnisvolles, Rätselhaftes, etwa das uns berührt, auch verunsichert. Ihre Kunst wird gezeigt. Wie sie leben, gelebt haben und leben möchten. Zeichnungen, Malereien, Skulpturen, reale Objekte und Dokumente visualisieren die Aussagen - eine Ausstellung, die mit ihrem Thema weit über das Übliche hinausgreift. Umso mehr die Frage: Warum gibt es keinen bleibenden Begleittext zur Ausstellung?
 
 
Touchdown570h 
 
die Ausstellung dauert noch bis 13.5.2026 im Zentrum Paul Klee
 
mit herzlichen Grüssen
Dorothe Freiburghaus
12.02.2026
 
 
Sternschnuppe
11
Galerien-Wochenende
 
 

Zum ersten Mal verbringe ich das Galerienwochenende auf der Seite der Besucher. Nicht alles, was ich gerne sehen möchte, habe ich gesehen, nicht Not Vital in der Galerie Kornfeld, nicht die Zeichnungen von Emil Zbinden, auch waren wir nicht im Oktogon.

Sehr schön die Ausstellung und die neuen Arbeiten von Willi Müller. intensiv ihre Farbigkeit und das sich Öffnen der Formen.Thematisch immer bescheiden: Nebensachen, kleine Dinge, Arbeiterquartiere mit ihrer besonderen Ausstrahlung. Bei Michael Kretlow Bleistiftzeichnungen von grosser Subtilität  zwischen Traum und Wachsein. Die Nachwuchs-Chinesinnen in der Galerie Soon fordern Unbefangenheit und einen offenen Blick. Von grosser Qualität und Leuchtkraft sind die Bilder von Silvia Gertsch, die in der Technik der Hinterglasmalerei eine grosse Fertigkeit erreicht ha.

 
 
 
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Willi Müller, Oel/Leinwand, zweiteilig, Galerie da Mihi
 
 
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Silvia Gertsch, Hinterglasmalerei, Galerie Bischoff
 
 
 
Sternschnuppe
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Willi Müller
 
 

Unauffällig, zurückgenommen, bescheiden, aber immer diese Glut, ein Brennen gleich unter der Oberfläche. So empfinde ich Willi Müller, so sind seine Bilder. Seine Themen: Einfache Dinge, Alltägliches.Er sucht und fasst sie formal zwischen Figuration und Abstraktion. Wie viel Form verträgt eine Bildsituation, wie viel Farbe und welche bringen sie zum Klingen. Welches Motiv auch immer, die Bilder sind von einer Intensitär ud Dichte, die den Betrachter mit ins Bildgeschehen nehmen. Er lässt uns seinen Wegen nachspüren und sie zu unseren machen. Glühende Farbigkeit und stille Weite.Willi Müller, ein Maler dessen Werk wir ncht genug betrachten können.

Jetzt kommt die Ausstellung in der Galerie da Mihi, Gerechtigkeitsgasse 40, Bern.

Vernissage: Freitag 12.Januar, 18 - 20 Uhr

Galerien-Wochenende:Samstag/Sonntag 13./24.Januar, 11 - 17 Uhr

Ich freue mich sehr auf diese Ausstellung. Ob wir uns da sehen?

 
Dorothe Freiburghaus
04.01.2026
 
 
Sternschnuppe
9
Cantonale
 
 

Die Cantonale Berne - Jura? Doch, natürlich ist sie eine Sterrnschnuppe wert, aber - ich habe es bisher einfach nicht geschafft mehrere Ausstellungen zu besuchen. Deshalb: hingehen und das Schönste, Beste, Interessanteste oder Berührendste anschauen. BeatFeller etwa, Ka Moser, Livio Baumgartner, Giacomoni/Möll, Rudolf Steiner, Olivia Notaro, PatNoser, Silvia Hostettler, Karin Lehmann, Hannah Külling, Brigitte Lustenberger,, le kou Meyr, Aurelie Jossen, Gigga Hug. Ja, da sind viele KünstlerInnen vom Kunstkeller Bern dabei und versteckt hinter dem Namen die Frage: Woran denn arbeiten sie gegenwärtig? Oder warum ist Willi Müllernicht mit dabei? Ja, natürlich, denn er wird im Januar eine Einzelausstellung in der Galerie da Mihi haben.Auf sie freue ich mich sehr. Oder Niklaus Wenger?Er arbeitet an einem Wettbewerbsprojekt Kunst am Bau. lebendig, witzig, farbig.

Die Ausstellungen sind noch fast in allen Kunsthäusern bis Mitte oder Ende Januar geöffnet.

 
Dorothe Freiburghaus
02..01.2018
 
 
Sternschnuppe
Grüsse
 
 
Geruhsame und besinnliche Weihnachtstage und im neuen Jahr viel Glück und Gesundheit wünscht Ihnen Sternsschnuppe 8.
 
mit ganz herzlichen Grüssen
Dorothe Freiburghaus,  18.12.2025
 
 
 

Sternschnuppe

8
Gurlitt
 
 
Dieses eine Mal ist die Ausstellng im Kunstmuseum Bern ein MUSS: Bestandsaufnahme Gurlitt, "Entartete Kunst" - beschlagnahmt, geraubt, verkauft und rückgeführt. Nicht wegen all der Kunst, die die Schenkung Gurlitt beinhaltet, nicht wegen dem Schubladenstock voller Grafik bekannter Künstler, vor dem die Direktorin posiert. Wir haben alle schon qualitativ hochstehende Werke dieser Künstler gesehen. Man denke nur an die Sammlung Hahnloser, die gegenwärtig auch im Kunstmuseum Bern zu sehen ist - nein - aber ein MUSS wegen der bösen Geschichte hinter den Bildern, die uns alle etwas angeht, wegen der Geschichte Cornelius Gurlitt, der die Sammlung seines Vaters geerbt hat und vor allem wegen der Geschichte des Nationalsozialismus, der bedrohlich auch in unserer Gesellschaft Fragen aufwirft.
 
Im Museum die Treppe runter, links die Garderobe, dann rechts knapp die Daten was ist wann geschehen, der Schritt in die Ausstellung und  schon sind wir mitten drin. Im Halbdunkel düster verwinkelte, schwarze Stellwände, überzogen mit vergrösserten Fotos - Zeitdokumenten. Texte geben Auskunft über das Geschehen, schwarze Vitrinen dienen besonderen Dokumenten wie Listen, Briefen, Fotos, Bücher.
 
Gurlitt1.570q 
 
Eine erste Position in der Schau weist auf die Verfallkunst, den Zerfall der Gesellschaft, der sich dem Nationalsozialismus seltsamerweise in der Vielfalt der damaligen Kunst zeigte, sowie den zunehmenden Druck des Nationalsozialismus auf die avantgardistischen Künstler und ihre Kunstwerke. Rechts auf den hellen Saalwänden aufgereiht Holzschnitte und farbige Lithografien von Karl Schmid-Rottluff und Ernst Ludwig Kirchner. Sicher, tolle Drucke aber... Hinter meinem Rücken lese ich auf den schwarzen Stellwänden: Wider den undeutschen Geist. Alles wurde nach den Vorstellungen der Nationalsozialisten umgeformt, Andersdenkende und -handelnde waren unerwünscht und wurden aus dem Staatsdienst entfernt. Die Reichskulturkammer kontrolierte alles. Zwangsverkäufe folgten. Juden mussten sich von ihren Bildern trennen, um mit wenig Erlös davon emigrieren zu können. Ungeheuerlich denke ich, wie verwandt ja gleich Abläufe sein können, wie etwa der  Aufbruch heutiger Flüchtlinge aus ihrer Heimat.

1937 folgte in München die Wander-Ausstellung "Entartete Kunst". Sie diente einzig der Diffamierung jüdischer oder kommunistischer Künstler oder jenen mit einer moderneren Ausdrucksweise wie Abstraktion oder Expressionismus. Das Ganze übersteigt mein Vorstellungsvermögen.

Den Saalwänden entlang sind immer wieder Bilder und Drucke betroffener Künstler aus der Schenkung Gurlitt aufgereiht. Da hängen Kunstwerke von Künstlern aus verschiedenen avantgardistischen Gruppierungen, aus der Berliner Sezession, der Brücke, dem blauen Reiter und der Bauhauszeit. Kunsthändler in Deutschland, der Schweiz und Frankreich kauften und verkauften beschlagnahmte Werke. So auvh Hildebrand Gurlitt, der Vater von Cornelius. er war Hitlers und Görings Kunsthändler. Auf Veranlassung des deutschen Reichspropagandaministeriums bot der Luzerner Galerist Fischer 1939  125 beschlagnahmte Werke in einer Auktion an.

 
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Es kam noch schlimmer: der Kunstraub in Frankreich. Bei der Besetzung von Frankreich 1940 wurden Museen, private Sammlungen, insbesondere jüdische auf der Suche nach ausserordentlichen Kunstwerken geplündert. Im Auftrag von Hitler und Göring wurden Kunstwerke für das geplante Führermuseum in Linz ausgesondert.
 

1945  bei Kriegsende wurden die Allierten mit dem gewaltigen kunstraub konfrontiert. Sie bestimmten die Rückführung der geraubten Kunst, sie soll dem rechtmässigen Besitzer zurück gegeben werden.

 
Mitgenommen, dem Sog der Texte und Dokumente folgend, tauche ich am Ende, das zugleich wieder der Anfang der erschütternden Dokumentation ist, auf. So viel Leid und Entsetzen steht hinter diesen Bildern, ist in diesem Raum versammelt sind. Eine seltene Möglichkeit sich mit dem Nationalsozialismus und seinen Auswirkungen auseinanderzusetzen und nicht nur die Bilder zu betrachten.
 
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Und was bringt der Film der zum Fall Gurlitt gezeigt wird? Fast brutal ist der Umgang der Staatsbeamten mit dem alten Mann Cornelius Gurlitt.Sie beschlagnahmen seine Bilder, transportieren sie vor seinen Augen weg - zu Unrecht wie sich später zeigen wird. Cornelius hatte sie von Hildebrand nur geerbt. Wiederholt sich da die Geschichte?

 

Kunstmuseum Bern:Bestandsaufnahme Gurlitt bis 04.03.2026

 
Dorothe Freiburghaus
Nov. 2017
 
 
Sternschnuppe
7
bin im Wald, komme später
 
 
21.Okt.2017 eine stimmige Performance von Victorine Müller in der dunklen Gasse. Leider schon vorbei. Spät aber doch noch ein Bild.
 
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Performance von Victorine Müller: "Bin im Wald, komme später
 
 
 
 
Sternschnuppe
6
bunte Bausteine
 
 

Während wir uns mit den rätselhaften Zeichen von Paul Klee und den Amerikanern auseinandersetzen haben unten im Creaviva die Kleinen den Sprung in die bunte PopArt gewagt. Eifrig basteln die Kinder farbige Kisten zu Bauklötzen, wie Andy Warhol Seifenkisten aus dem Supermarkt nachbaute. Zuletzt setzen sie wie Paul Klee geheimnisvolle Zeichen auf die Bausteine. Selbstvergessen wird damit gespielt. Immer neue Türme wachsen in den Himmel. Mitt grosser Kreativität entstehen ganze Stadtlandschaften. Es wird auf- ab-und umgebaut.

Mit herzlichen Grüssen und viel Vergnügen in der interaktiven Ausstellung im Creaviva.

4.11.2025

Dorothe Freiburghaus

 Warhol2
 
 
Warhol1
24.10.2025
Dorothe Freiburghaus
 
 
Sternschnuppe
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10 Americans After Paul Klee
 
 

Klees Werk ist unerschöpflich!

Dachte ich doch, dass ein so grosses Museum für einen einzigen Künstler bald einmal eintönig, ja langweilig werden müsste. Noch dazu so viele, kleine Bilder in den riesigen Wellenräumen. Ob das das Richtige ist? Langweilig? Das Gegenteil ist der Fall! Das ist sicher auch ein Verdienst der Auseinandersetzung der Kuratoren mit Klees Werk, der wissenschaftlichen Arbeit, die im Museum Zentrum Paul Klee geleistet wird. Was da zu Tag gefördert wird ist mehr als bewundernswert.

"10 Americans after Paul Klee". Dichte und schwere Kost aber - eine gewaltige Ausstellung:Klee und seine Auswirkungen auf amerikanische Künstler. Der2.Weltkrieg brachte mit den Kunsthändlern Klees Werk in die Staaten, wo dieses mit Interesse aufgenommen wurde. Das Gekritzel, die einfachen Zeichen, die wie Hieroglyphen wirken, die Kinderzeichnungen trafen den Nerv der Zeit.

Klee (1879 - 1940) kannte um 1910 in der Kunstdarstellung die alten Formen,wie sich die Renaissance oder der Impressionismus ausdrückten. Er aber suchte nach einer zeitgemässen Bildsprache, wie später auch die Amerikaner. Andere Kulturen, Volkskunst, Kinderzeichnungen wurden für Klee wichtig. Er wollte den Ursprung der Kunst finden. Wie aus dem Samenkorn ein Blatt wird, so wird aus einem Zeichen eine ganze Geschichte. Von einem Punkt ausgehend zieht die Hand intuitiv eine Linie. Erst danach greift das Bewusstsein des Künstlers ordnend ein. Dabei entsteht eine Art Kaligraphie. Das interessierte sowohl Klee wie die amerikanischen Künstler. Klee begann Zeichen und Symbole zu entwickeln, eigene Bildelemente, die der interpretation viel Raum lassen. Vele amerikanische Künstler teilten Klees interesse.

 
paulKleeAusschnitt.Hieroglyphen
 Paul Klee. Zeichen, Symbole, eigene Bildelemente, Ausschnitt
 
 
Klee erforschte unendlich viele Möglichkeiten der Darstellung von Dingen, die ihn beschäftigten. So durchzog er kleine Zeichnungen mit vielen Linien, die über das Papier hinausreichten. Die Zeichnung wirkt so, als sei sie ein kleiner Ausschnitt eines viel grösseren Bilds. Damit wird die Realität unwichtig. Das Gleiche kann auch bei der Überlagerung von Farbflächen geschehen. Die Farbveränderungen rufen eine räumliche Wirkung hervor. Die Realität ist aber eine andere.
Mark Tobey suchte wie Paul Klee nach einem Gleichgewicht all der Geschehnisse. Er nahm das dichte Liniengewirr auch bei grossen Bildern auf. Er sagte: "Diese Methode erlaubt mir die frenetischen Rhythmen der modernen Grosstadt zu malen, etwas, was ich mit der Technik der Renaissance nicht einmal hätte verschen können. Anders ausgedrückt, durch die kaligraphische Linie liess sich das rastlose Pulsieren unserer heutigen Städte einfangen". Rationale und irrationale Kräfte sind von Bedeutung.
 
 MarkTobeyAusschnitt
 Mark Tobey ,Ausschnitt einer Vorstadt
 

Ich wünsche Ihnen viel Überraschendes in der reichen und anspruchsvollen Ausstellung, wobei das kleine, schwarze Ausstellungsbüchlein gute Dienste erweist.

Ausstellung im ZPK bis 07.01.2026

Dorothe Freiburghaus

16.10.2025

 

 

 
 
Sternschnuppe
4
 

Der Kunstkeller Bern in neuen Händen.

Neu und geheimnisvoll der Name Galerie da Mihi KunstKeller

Neu und überzeugend die Zuteilung der Räume

Neu und hell das Licht.

Neu und länger die Öffnungszeiten

Neu und spannend das Programm mit eigenen und Kunstkeller-Künstlerinnen

Nicht neu aber bekannt die international tätige Künstlerin Victorine Müller,die die Eröffnungsausstellung bestreitet.

Neu und interessant ihre Aquarelle. In transparenten Blautönen bevölkern tierisch-pflanzliche Wesen die weissen Papiere. Einmal finden sie zu elegantem Tanz, einmal sind da nur Arme, die den Raum ertasten.

Neu und real greifbar die schwarz patinierten Bronzeskulpturen. Tierisches und Pflanzliches verbinden sich zu neuem phantastischem Leben. Vergnügt sitzen und stehen die Figuren da. Ulkiges, in sich gekehrtes Stilles und und leicht Beschwingtes.

Neu und immer wieder Überraschend Victorine Müllers Videos. Ob aufwändig oder schlicht immer ist da ein unerklärliches Licht, das uns entgegen strahlt und uns gefangen nimmt. Ein transparenter Flügel begegnet uns auf einem Waldweg. Am Waldrand vor schattigen, dunklen Tannen beginnt es sich zu regen und bewegen, zu strecken, dehnen und drehen. Vegetatives erwacht zu eigenständigem Leben. löst sich aus dunklem Grund und bindet sich wieder ein. Hier ein Wesen aus Farn, da nur eine Zehe, die sich in langen Minuten im sprudelnden Wiesenbach nur ein einziges Mal bewegt.

Wir schauen und schauen bis die Stille uns mitnimmt, und wir die Zeit vergessen: "Bin im Wald, komme später."

Und ganz neu, noch von niemand gesehen am 21. Oktober um 19.00 in der Gerechtigkeitsgasse 40 eine Performance, ganz Victorine Müller.

Mit herzlichen Grüssen und viel Vergnügen beim Entdecken der neuen Ausstellung und Galerie.

17.09.17

 
Skulpturen570
 
 
 
Wiesenbachl570
 
 
 
Sternschnuppe 3
 

eine traurige Geschichte ums Kunstmuseum Bern.

UNGESCHICKT - ist das Wenigste was man zur Story Kunstmuseum Bern sagen kann, sagen muss.

Anbau, Erweiterungsbau, Innenausbau

Geplant, abgeklärt und verworfen, der Gründe sind viele.

Das Kunstmuseum denkt kurz.

Schon folgt der nächste Eclat:

Das 40-Millionenprojekt für die Sanierung des Museums und eben doch noch einen Innenausbau für mehr Ausstellungsfläche.

Alles zu einem Paket verschnürt dem "Hausarchitekten" übergeben.

Öffentliche Ausschreibung - KEINE.

Mehr als die Hälfte der Finanzierung trägt aber die öffentliche Hand: Sie und ich.

Die marode Klimaanlage - wie lange hält sie noch - trägt alle Schuld.

Aufklärung am Abendanlass - wird abgesagt.

Nächste Story - vernutlich in Vorbereitung.

17.09.17

 

 
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Die Türe ist halb offen. Stühle, Kleider, Kabel, Plastic, weisse Farbe gleich am Eingang. Ich trete ein. Barbara Marbot hat mich ja dazu aufgefordert. Weiss und hell strahlen die Räume - frisch gespritzt. Noch sind Böden und Treppen abgedeckt. Da wird gearbeitet. Enthusiastisch erzählt Barbara von ihren Spritz- und Malerlebnissen, von Mauerwerk, das bröckelt.. Ich fühle mich 47 Jahre zurückversetzt, als wir hier Kohlenstaub und Russ von den schwarzen Wänden herunterbürsteten bevor wir mit Malen beginnen konnten. Neue Steckdosen fürs Elektrische sind schon montiert. Der ehemalige art-room ist zur Hälfte geöffnet, womit der erste Raum grosszügiger erscheint. Eine Heizung ist in Abklärung. Nächste Woche wrd das Licht zum Thema.
Die Mitteltreppe hinauf, wo früher mein Kleinbureau war, sollen die beiden Räume für installative und experimentelle Arbeiten dienen. Die Begeisterung ist gross.

 
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Der Ort, die Räume sind das eine, was aber soll hier im ehemaligen Kunstkeller Bern gezeigt werden oder entstehen?. Fest steht die erste Ausstellung: Victorine Müller. Vernissage Donnerstag 14.September 2017, 18.00 - 20.00 Uhr. Sie erinnern sich an ihre zauberhaften Fotos von früheren Performances und ihre Flügel-Performance oben in den Arkaden im Herbst 1999. Bei den Festivitäten zu den 40 Jahren Kunstkeller Bern realisierte sie die gewagte Performance mit den Wildkatzen. Neu, verrät Barbara, werden Aquarelle, Bronzeskulpturen und Videos gezeigt. Wir dürfen gespannt sein. Eine ihrer phantastischen Performances ist für den Oktober angesagt. Ich freue mich sehr auf diese verschiedenen Begegnungen.
 
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Vor einigen Tagen hatte ich ein kurzes, charmantes Telefongespräch mit Laurent de Pury, dem Genfer Künstler. Er zeigte grosses Verständnis für meinen Entscheid mich aus der 47-jährigen Galerientätigkeit zurückzuziehen und eine neue Position zu suchen.Très heureux d'avoir pu parler un peu avec toi hier soir, schreibt er später. A nouveau je te souhaite du courage pour traverser cette période de transition forte en émotions.
Ich erinnere mich an meine erste Begegnung mit einem seiner Werke in Bex et Arts, das mich in seiner subtilen, himmelwärts strebenden Bewegung gefangen nahm, so dass ich seine Arbeiten mehrmals im Kuntkeller Bern zeigte.
Auch in diesem Jahr ist Laurent de Pury wieder in der beeindruckenden Ausstellung in Bex im Wallis mit einer Skulptur anzutreffen.
 
Hier beim Aufbau einer Skulptur
 
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und so ist das Werk noch bis am 15.Okt. 2017 täglich von 10 - 19h anzutreffen in Bex & Arts, triennale de sculpture contemporaine en plein air.
Thema: l'énergie. Ist es Feuer, Tanz oder sind es Kräfte aus dem Erdinnern, die die ausdrucksstarke Bewegung hervorrufen?
 
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Mai/Juni 2017 Das war die letzte Ausstellung im Kunstkeller Bern. Die erste Ausstellung 1970 zeigte Arbeiten von Martin Ziegelmüller, die letzte ebenfalls. Der Kreis schliesst sich.

Wir wünschen unseren Besuchern weiterhin viel Reichhaltiges - und beachten Sie unsere Vorschau: die Räumlichkeiten des Kunstkellers gehören weiterhin der Kunst. Wunderbar. Ab jetzt werden unter Aktuelles kurze Hinweise - Sternschnuppen gleich - auf Sehenswertes hinweisen.